"Sprache ist lichtend-verbergende Ankunft des Seins selbst."
(M. Heidegger, Brief über den "Humanismus" (1946), Wegmarken, Klostermann Verlag, 2004)
Fachfortbildung
Kreatives und therapeutisches Schreiben – Praxis der Poesietherapie
Die Zukunftswerkstatt therapie kreativ und das IKUTS bieten gemeinsam eine neue Fachfortbildung an.
Kreatives und therapeutisches Schreiben – Praxis der Poesietherapie
Diese einjährige Fachfortbildung richtet sich an therapeutische Fachkräfte (Psychologische Psychotherapeut/innen, Ärzt/innen mit psychotherapeutischer Zusatzqualifikation, Tanz-, Musik-, Kunsttherapeut/innen und andere Therapeut/innen mit einer mindestens zweijährigen therapeutischen Ausbildung mit Selbsterfahrungsanteilen und Praxiserfahrungen), die ihre therapeutische Kompetenz um die Möglichkeiten des kreativen und therapeutischen Schreibens erweitern wollen.
Fortbildungspunkte für Psychologische Psychotherapeut/innen und Ärzt/innen werden beantragt.
Diese Fachfortbildung entspricht in ihrem Aufbau und ihrer Ausrichtung den anderen Fachfortbildungen der Zukunftswerkstatt therapie kreativ. Für die Seminare dieser Fachfortbildung wird die Anerkennung von Fortbildungspunkten bei der zuständigen Ärztekammer und den psychologischen Fachgesellschaften beantragt.
Kooperation
Die poesietherapeutischen Aus- und Fortbildungen finden in Kooperation mit dem Institut für Kreatives und Therapeutisches Schreiben (IKUTS) statt. Das IKUTS (www.ikuts.de) ist ein von der Ärztin, Poesietherapeutin und Autorin Dr. med. Silke Heimes 2007 gegründetes und seither geleitetes Institut für Kreatives und Therapeutisches Schreiben. Zielsetzung ist die Vermittlung der Methoden des kreativen und therapeutischen Schreibens zur Ausbildung von Multiplikatoren und zur Etablierung des kreativen und therapeutischen Schreibens in Praxis und Klinik. Im Zentrum stehen sowohl die Selbsterfahrung als auch die praktische Anwendung der Methoden. Das Grundverständnis ist eine auf Wertschätzung, Respekt, Würde und gelebter Achtsamkeit basierende Haltung, die davon ausgeht, dass jeder Mensch über ausreichend innere Weisheit und Selbstheilungskräfte verfügt, um aktiv zu seiner Gesundung beizutragen.
Leitung
Die Gesamtleitung dieser Fortbildung hat Dr. med. Silke Heimes (www.silke-heimes.de). Sie ist Ärztin, Poesietherapeutin, Autorin und Künstlerin, Gründerin und Leiterin des Instituts für Kreatives und Therapeutisches Schreiben (IKUTS) in Darmstadt und hat mehrere Lehraufträge an deutschsprachigen Hochschulen. Zuletzt bei Vandenhoeck & Ruprecht erschienen: Warum Schreiben hilft. Die Wirksamkeitsnachweise zur Poesietherapie.
Zwei Seminare werden gemeinsam mit Dr. Udo Baer geleitet. Er ist Kreativer Leibtherapeut, Mitgründer und Leiter Zukunftswerkstatt therapie kreativ. Zuletzt bei Semnos erschienen: Kreative Leibtherapie. Das Lehrbuch.
Was ist kreatives und therapeutisches Schreiben (Poesietherapie)?
Poesietherapie arbeitet mit Worten, Lauten, Klängen, Erregungen, Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen, den Sinnen und der Sinnlichkeit. Was immer zum Ausdruck drängt, kann zu Papier gebracht werden – es darf gestammelt und gestottert werden, das Papier bietet Schutz- und Proberaum für die innere Stimme, die zu einer äußeren werden mag, die in Dialog treten will, zunächst vielleicht nur mit dem Schreibenden selbst und später vielleicht mit einem Gegenüber. Zu Wort kommen zu können und zu dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit. Wer würde es nicht kennen, das Gefühl, ‚totgeschwiegen’ oder ‚mundtot’ gemacht zu werden, kein Gehör zu finden, keine Resonanz zu erfahren. So Vieles, was in uns schlummert und gesagt, beziehungsweise aufgeschrieben sein will, weil das Sprechen vielleicht (noch) nicht möglich ist. Auf dem Papier kann Zeugnis abgelegt werden von der eigenen Vergangenheit und der Gegenwart; der Blick für die Zukunft weitet sich. Darum geht es in der Poesietherapie, die auch als kreatives und therapeutisches Schreiben bezeichnet wird, die schöpferische Potentiale nutzt, die Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit fördert und Einsicht in relevante lebensgeschichtliche Konflikte ermöglicht. Schreibend seine Gedanken zu ordnen und seine Gefühle zu klären, kann als Entdeckungsreise zu sich selbst und achtsame Annäherung an die eigene Person und die Umwelt verstanden werden und somit auch als angeleitete Hilfe zur Selbsthilfe dienen.
Ihr Nutzen:
Das kreative und therapeutische Schreiben eröffnet Wege,
- dass Klient/innen und Patient/innen zwischen den Therapie-Terminen aktiv sein können,
- dass Worte gefunden werden, wenn das Sprechen über Unsagbares versagt,
- dass Klient/innen und Patient/innen Zugänge zu Selbst-Wirksamkeit und Eigen-Mächtigkeit erfahren.
Wenn Sie an dieser Ausbildung erfolgreich teilnehmen,
- erwerben Sie Kenntnisse und Kompetenzen in Methoden, Modellen und Wirkungsweisen der Poesietherapie.
- erfahren Sie die generellen und erkrankungsspezifischen Einsatzmöglichkeiten therapeutischen Schreibens.
- erlernen Sie Möglichkeiten, Ihre therapeutische Praxis um eine wirksame Dimension zu erweitern.
Bestandteile der Fachfortbildung:
Die Fachfortbildung besteht vor allem aus fünf Wochenendseminaren in einer fortlaufenden Gruppe mit folgenden Themen:
1 Automatisches, assoziatives und imaginatives Schreiben
(Die Kraft des Anfangs: Es geht darum, einen Schreibeinstieg zu finden, Schreibhemmungen zu überwinden, den Schreibfluss zu fördern, der Phantasie freien Lauf zu lassen, mit allen Sinnen zu schreiben u. vieles mehr ..)
Leitung: Dr. Silke Heimes, Dr. Udo Baer
2 Die Macht der Märchen
(Im Mittelpunkt stehen klassische und moderne Märchen und was sie uns über uns selbst verraten; Helden und Bösewichte, eigene Stärken und Schwächen werden unter Anwendung von Methoden wie der Märchenlotterie und den Propp’schen Märchen entdeckt.
Leitung: Dr. Silke Heimes
3 Erkrankungsspezifisches therapeutisches Schreiben
(Vermittelt werden Methoden des kreativen und therapeutischen Schreibens für Menschen mit Depressionen, Traumata, Krebs- u. Suchterkrankungen und anderen chronischen psychischen, bzw. körperlichen Krankheiten)
Leitung: Dr. Silke Heimes
4 Schreibend sich selbst coachen
(Mittels kreativem und therapeutischem Schreiben werden Themen wie Selbstfürsorge und Selbstmanagement zur eigenen Gesunderhaltung und weiteren Professionalisierung der eigenen Arbeit in den Fokus gerückt)
Leitung: Dr. Silke Heimes
5 Therapeutisches Schreiben intermedial
(Kreatives und therapeutisches Schreiben werden mit Stimme, Klängen, Bewegungen und Bildern verknüpft ...)
Leitung: Dr. Silke Heimes, Dr. Udo Baer
Arbeitsmethoden: Selbsterfahrungseinheiten, praktische Demonstrationen, Arbeit in Arbeitsgruppen und Plenum, Theorie-Bausteine. Verschiedene Methoden therapeutischen Schreibens werden den Seminaren zugeordnet und dort vorgestellt.
Weitere Bestandteile:
- Die Erstellung eigener Texte mit Methoden, die in der Fortbildung vermittelt werden. Der Prozess wird mit Hilfe eines Selbstbeobachtungsbogens reflektiert und dokumentiert.
- Die Einreichung eines kurzen Praxisberichtes über den Einsatz einer der vermittelten Methoden in der eigenen therapeutischen Praxis.
Organisation und Umfang:
Die Fachfortbildung dauert ca. 12 Monate. Die Seminare finden in einer fortlaufenden Gruppe statt.
Beginn: Februar 2014
Ort: Meerbusch oder Duisburg
Die Fachfortbildung schließt bei erfolgreicher Teilnahme mit einem Zertifikat ab.
Arbeitszeiten:
Samstag 10:00 – 19:30 Uhr
Sonntag 9:00 – 16:00 Uhr
Kosten:
Anmeldegebühr: 50 €
Fortlaufende Gruppe: 12 x 150 €
Einmalige Gebühr für die Auswertung von Text, Prozessbeobachtung und Praxisbericht: 100 €
Termine:
15.+16.02.2014
10.+11.05.2014
23.+24.08.2014
15.+16.11.2014
14.+15.02.2015
Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt über die Zukunftswerkstatt therapie kreativ. Der entsprechende Anmeldebogen ist abrufbar unter www.zukunftswerkstatt-tk.de .
Flyer zum Herunterladen